15.11.2022
von Milind Singh

Kennen Sie das? Manche Veranstaltungen sind ein voller Erfolg und andere wollen einfach nicht gelingen – auch wenn Sie noch so viel Budget freischaufeln und noch so viele Features einer Event-Plattform aktivieren. Dieses Phänomen gibt es auch bei virtuellen Messen. Oder besser gesagt: Gerade hier gibt es viele Veranstalter, die in den letzten zweieinhalb Jahren enthusiastisch gestartet sind und herbe Enttäuschungen wegstecken mussten. Zu wenig Traffic auf den Ständen, zu wenig Downloads, zu wenig Meetinganfragen – kurzum zu wenig Resonanz. Andere Messeveranstalter hingegen haben die Vorzüge von Online-Formaten entdeckt und wollen gar nicht wieder zur Präsenz zurückkehren. Was machen jene richtig und was können auch Sie sich abschauen? Hier kommen die 5 entscheidenden Unterschiede zwischen Erfolg und Mißerfolg.

1) Alles dreht sich um Ihre Zielgruppe 

Banaler Tipp? Keineswegs! Wir kennen aus Gesprächen viele Planer und Marketingprofis, die sehr lange und konkrete Anforderungslisten formulieren, wenn es um die perfekte Event-Plattform für eine virtuelle Messe geht. Gut, wenn Sie wissen, was Sie wollen. 

Doch manchmal geraten wir in eine “Feature-Schlacht”, ohne es zu merken. Dabei wäre viel wichtiger, was Ihre Zielgruppe erwartet und womit Sie diese begeistern können. 

Angenommen, Sie wollen Jugendliche mit einer Karrieremesse erreichen und auch begeistern. In diesem Falle ist es weniger wichtig, ob die Plattform 2D oder 3D darstellen kann oder ob die Aussteller in Form eines klassischen Messekataloges gelistet sind. Viel wichtiger sind eine insgesamt optisch ansprechende Optik, schnelle Ladezeiten und niedrigschwellige Angebote. Viele der heutigen Generation Z oder Y wollen schlichtweg keine E-Mails schreiben oder gar anrufen. Egal ob Sie den Call-to-Action-Button in eine 2D- oder 3D-Plattform einbauen. Überlegen Sie sich daher, mit welchem Inhalt Sie Aufmerksamkeit erzeugen können und darüber Gesprächsanlässe bewirken. Wie wäre es mit einem kostenfreien Live-Online-Coaching für Bewerbungen? Oder wie man heutzutage ein seriöses Bewerbungsvideo mit wenigen Klicks erstellt? Vielleicht auch ein Coaching für das erste Bewerbungsinterview via Videokonferenz – z.B. die 10 größten DOs und DON’Ts?  

2) Das Auge isst mit 

Ist das widersprüchlich mit Blick auf Tipp Nummer 1? Keineswegs! Egal welche Event-Plattform Sie wählen, gestalten Sie sie attraktiv. Eine 2D-Plattform mit einer Liste der Aussteller kann deutlich ansprechender gestaltet sein als eine teure 3D-Plattform für einen sechsstelligen Euro-Betrag.  

Stecken Sie daher unbedingt Zeit und Liebe zum Detail in die Gestaltung Ihrer Event-Plattform – vom Anmeldeformular bis zur letzten pdf, die Sie zum Herunterladen anbieten. Prüfen Sie, ob all Ihre Referenten und Aussteller bzw. Standpersonal wirklich ansprechende Profilfotos hochgeladen haben und ob die Texte wirklich einladend sind. Wie oft sehen wir Profilinformationen, die zwar technisch korrekt sind, aber die Besucher kaum wirklich zum Gespräch einladen.  

3) Usability, Usability und Usability  

Überlegen Sie sich, wie sich die Teilnehmer über Ihre Event-Plattform bewegen sollen. Wie einfach kann und sollte daher die Registrierung sein? Fragen Sie so wenig wie nur irgendwie möglich ab, auch wenn die Kollegen aus Sales und Marketing immer mehr abfragen wollen. Doch Ihr (potenzieller) Teilnehmer hat schlichtweg keine Zeit und auch keinerlei Nutzen davon, sich in Ihrer Plattform mit ausführlichsten Daten anzumelden. Je mehr Sie abfragen, desto größer ist die Abbruchquote. Schließlich gibt es da draußen zig Events, virtuelle Messen und Webinare zu diesem oder einem ähnlichen Thema. Seien Sie sich dessen stets bewusst. 

Prüfen Sie außerdem, ob Sie wirklich eine virtuelle Messe-Plattform aufbauen wollen, über die sich die Teilnehmer mit ihrer Maus klickend durch Räume und Flure bewegen sollen. Wäre dieses Konzept ein Erfolgsgarant sähe Amazon aus, wie ein Buchladen oder ein großer physischer Store und YouTube sähe aus wie eine Bibliothek. Doch wer will schon erst durch Räume und Regalreihen wandern, um das passende Video zu sehen? Kaum jemand. Deshalb gibt es sowohl bei YouTube als auch bei Amazon leistungsstarke Suchfunktionen und weitere Empfehlungen für ähnliche Produkte oder Videos. 

“Was ist mit den Jugendlichen für meine Karrieremesse?” hören wir Sie fragen. “Schließlich sind diese doch den ganzen Tag online und in Videospielen unterwegs”. Wir fragen zurück: Haben Sie das Budget, das an das der renommiertesten Online-Games heranreicht? Oder können Sie so viele Besucher wie eine typische Netflix-Serie anziehen? Lauten die Antworten eher nein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Ihrer 3D-Welt diese Jugendlichen begeistern können, eher gering. 

4) Action, Action und Action 

Was passiert an Ihrem Messestand, auf Ihrer virtuellen Messe oder auf den Ständen Ihrer Aussteller? Gibt es Mitarbeiter, die die ganze Zeit online sind? Oder sperren Sie Ihren virtuellen Stand nur für 2 von 8 Stunden auf? Gibt es interessante Aktionen, die man nicht auf Ihrer regulären Website findet? Oder laden Sie hier nur die Informationen, Broschüren und Videos hoch, die bereits produziert und fürs Unternehmen freigegeben wurden?  

Je mehr Standardinfos es auf Ihrer virtuellen Messe gibt, desto weniger dürfen Sie sich über die geringe Resonanz wundern. Oder würden Sie Jahr für Jahr auf einer Präsenz-Messe die alten Produkte präsentieren, nur weil Sie dafür bereits die Freigaben und die Materialien haben? Vermutlich nicht. Vermutlich würden Sie sich jedes Mal neu überlegen, wie Sie Besucher an Ihren Stand locken könnten.  

Sind Sie Messeveranstalter, könnten Sie Ihren Ausstellern genau diese Beratung anbieten und sich natürlich auch gut bezahlen lassen. Vorausgesetzt, Ihre begleitende Beratung ist so gut, dass letztendlich wirklich mehr Besucher an die virtuellen Stände kommen und mehr Nachfragen generieren. 

5) Zielgerichtete Aktionen in den Sessions und an den Ständen 

Die meisten Event-Plattformen haben bereits Votings- und Interaktionsfeatures integriert. So auch der von uns angebotene Attendee Hub. Doch nutzen Sie diesen wirklich smart? Stellen Sie jene Fragen, die Sie im Anschluss auswerten und durch Marketing und Sales weiter verwerten können? Fragen Sie nicht irgendetwas. Fragen Sie genau das, was Sie wissen müssen, um die folgenden Marketing- und Salesaktivitäten passend aufsetzen zu können. 

Ein Beispiel: Wollen Sie Ihren Kunden eine Beratung rund um das Thema A anbieten, könnten Sie in der Online-Session die Umfrage starten, wer sich bereits mit dem Thema A beschäftigt. Bieten Sie unterschiedliche Antworten rund um das Thema A an, können Sie anschließend sehr zielgerichtete Mailings versenden, statt mit dem Gießkannenprinzip allen Teilnehmenden die gleiche Botschaft zu senden.  

Fazit 

Natürlich sind zuverlässige und leistungsstarke Event-Plattformen - wie z.B. der Attendee Hub - eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche virtuelle Messen. Doch mindestens genauso wichtig ist der zielgerichtete Einsatz der Tools, der Fragen, der Interaktionen und das auf Ihre Zielgruppe zugeschnittene Eventformat.  

Milind Singh

Milind ist Field Marketer bei Cvent und verantwortlich für die Durchführung von Kampagnen zur Markenbekanntheit und Kundenbindung für virtuelle und Live-Events von Cvent. Er ist ein Marketing-Enthusiast, der sich für interessante Moment-Marketing-Taktiken und kreative Markenkampagnen begeistert! 
Event-Engagement einfach verbessern
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